AUSBILDUNG

 

Die Trager Ausbildung eignet sich zur persönlichen Entwicklung und für Menschen mit Interesse an Gesundheit und Achtsamkeit. Sie kann berufsbegleitend absolviert werden.

Sie

  • bereitet fundiert auf den Beruf Trager Praktiker*in/ Therapeut*in vor
  • ermöglicht die EMR/ ASCA-Registrierung
  • führt auf Wunsch zum Abschluss als KomplementärTherapeut*in mit eidg. Diplom (OdA KT)

Die erste Ausbildungsstufe zur Praktiker*in dauert ca 2 ½ Jahre und beinhaltet 10 Level à 4 Tage (250 h) plus Praktikum.

Nach erfolgreichem Abschluss zur Praktiker*in kann professionell mit Klient*innen gearbeitet werden und auf Wunsch und mit weiteren 150 h medizinischen Grundlagen die Anerkennung bei den Registrierungsstellen der Krankenkassen EMR/ASCA erlangt werden.

Für den Titel ‚Trager Therapeut’ und das Branchenzertifikat ‘KomplementärTherapie’ werden weitere 10 Level (250 h) Trager Kurse (ca. 2 1/2 Jahre) und ein anerkannter Berufs- oder Maturitätsabschluss benötigt. Mit diesem Abschluss kann an Gesundheitsinstitutionen gearbeitet werden (Rehakliniken, Spitäler, etc.). Die genauen Anforderungen siehe auf www.oda-kt.ch.

Teilnahmebedingungen:

Wir empfehlen sehr vor Ausbildungsbeginn 1 – 3 Trager Behandlungen bei einem Praktiker oder einer Praktikerin zu nehmen oder die Arbeit in einem Einführungskurs zu erleben.

 

Erinnerung an den Frieden in sich selbst

Als Kind bewegen wir uns natürlich, voller Lebensfreude, leicht und locker. Die Trager Therapie ist eine Methode, um unserem Körper die Anregungen zu geben, solche Gefühle der Leichtigkeit und Lockerheit wieder zu erleben.

Sie ist eine entspannende, hoch entwickelte Form integrativer Berührung und Bewegungserforschung, mit der die unbewussten Muster in Körper und Geist erreicht werden. Die Fähigkeit des Organismus zur Selbstregulation wird unterstützt.

Trager wirkt insbesondere auf der Ebene der Faszien und des Nervensystems. Durch weiche und klare Berührungen, wiegende Bewegungen sowie leichte Kompressionen werden Klient*innen eingeladen, Entspannung, Elastizität und Bewegungsfreiheit zu erfahren. Blockierende Haltemuster und Anspannungen, welche oft Schmerzen verursachen, können dadurch losgelassen werden.

Dies geschieht in einer Kombination aus Arbeit auf der Behandlungsliege und einer besonderen Art der Gymnastik, die Milton Trager „Mentastics“ (mentale Gymnastik) nannte, und bei der es um mühelose Bewegungsabläufe, um ein Spiel mit der Schwerkraft geht.

 

Was lernen wir in der Ausbildung?

Als Grundlage lernen wir folgende Haltungen und Prinzipien, um Klient*innen dabei zu unterstützen, sich selbst als Ganzes zu sehen. Die danach beschriebenen Techniken bauen auf diesen Grundlagen auf:

Empathie

Die Fähigkeit, wertfrei mit dem zu sein, was ist. Sie gibt den Klient*innen die Möglichkeit, in sich selbst hineinzuspüren. Wenn Klient*innen Schmerzen haben, können wir das miterleben; wir können uns erlauben, ruhiger und stiller zu werden; wir können durch unsere Präsenz berühren.

Neugierde

Das aufrichtige Interesse an und mit unseren Klient*innen bringt uns in eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Wir erforschen, indem wir Fragen stellen und uns von den Antworten zur nächsten, zur übernächsten und immer weiteren Frage führen lassen.

Spiel mit der Schwerkraft

Wir werden in die Schwerkraft hineingeboren und leben unser ganzes Leben darin. Durch die Frage nach dem Gewicht (nicht-verbal) und die physische Übernahme des Gewichts eines Körperteils, wird das Autonome Nervensystem eingeladen, gehaltenes Gewicht loszulassen. Wir beginnen mit der Schwerkraft zu spielen.

Die Kraft des Weniger

Selten werden wir im Leben aufgefordert, weniger zu tun. Diese Frage schafft einen Raum, in dem mehr gefühlt werden kann. Fragen wie: ‘Kannst du dich mit der Hälfte der Anstrengung bewegen?’ schaffen neue neuromuskuläre Verbindungen. Diese haben oft sowohl eine körperliche (klarere) als auch eine emotionale Wirkung. Der/die Klient*in kann beginnen, die Verflechtung von Spannung und Schmerz loszulassen, die ihn/sie in einem nicht hilfreichen Muster gefangen hält. Leichtigkeit und mühelose Bewegung sind oft das Ergebnis.

Selbstfürsorge

Wir lernen;

  • genug zu sein, so wie wir sind
  • leichter und freier zu sein, sowohl im Körper als auch in den Gedanken
  • zu erkennen was uns gut tut und was nicht
  • sanft mit uns selbst umzugehen

Unsere Klient*innen schulen wir darin, sich selbst auf vielfältige Weise zu unterstützen. Sie lernen nach und nach, die Verantwortung für ihre eigene Gesundheit zu übernehmen.

Um Selbstfürsorge zu lehren, müssen wir diese als Therapeut*innen zuerst selbst lernen und praktizieren. Erst dann ist sie authentisch. Wir wissen, dass es funktioniert, weil wir es selbst in unserem eigenen Körper und Geist erfahren haben.

Hook-up – tiefe Präsenz

In der Ausbildung lernen wir, in diesem Zustand wacher Präsenz zu arbeiten. In diesem meditativen Sein und Tun sind wir mit allem verbunden und lassen die Energie fließen. Es ermöglicht uns, wertfrei im Dialog und in Bewegung mit uns selbst und unseren Klient*innen zu sein.

Ein Tanz

Mit dem Einsatz des eigenen Körpers und den oben genannten Qualitäten wird die Arbeit zu einem spielerischen Tanz. Wir lernen in einer achtsamen, rhythmischen Art mit den Wellen und der Schwingung der Muskeln und des Gewebes zu spielen. So vermitteln wir Leichtigkeit, und es wird ein Tanz aus unseren Füssen und in Verbindung mit allem.

Recall – Erinnern

Unser Körper ist fähig, sich zu erinnern und ein Erlebnis ins Bewusstsein zurückzurufen. Dabei wird ein grossartiges chemisches, neurologisches und muskuläres Zusammenspiel aktiviert, und der Körper reproduziert den Muskeltonus, die Bewegung, das Gefühl, die Temperatur und den Druck der erinnerten Situation. Die Trager Therapie hilft uns, positive Erfahrungen wieder hervorzurufen. Dieser Zustand kann jederzeit wieder erlebt und in den Alltag integriert werden.

 

Techniken

Diese Techniken sind nur dann wirksam, wenn sie mit den zuvor beschriebenen Haltungen und Prinzipien kombiniert werden:

Mentastics

Von uns angeleitete, von den Klient*innen aber primär selbständig durchgeführte, Bewegungserfahrungen. Sie unterstützen dabei, in eine fühlende Wahrnehmung zu kommen und helfen, Veränderungen im Umgang mit sich selbst und mit mehr Leichtigkeit zu erfahren. Sie können im Alltag wieder abgerufen und angewendet werden und vertiefen die Wahrnehmungsfähigkeit.

Behandlung auf der Liege

Kompressionen

Verdichtung des Gewebes mittels Einsinken der Hände, um Raum zu geben, damit sich Strukturen leichter und organisierter lösen und längen lassen.

Längungen

Raum schaffen (Entspannung), Verbindungen fühlen

Rocking – Wiegen

Wirkt beruhigend auf das Nervensystem. Das Eigengewicht resp. der Spannungszustand eines Körperteils gibt Rhythmus und Impulskraft vor.

Skulptieren

Erfahrbar machen der Form (z.B. eines Beines), um die Propriozeption (die Eigenwahrnehmung) zu stimulieren. Für die Therapeutin gibt das Skulptieren ein Feedback (inneres Bild) des Körperzustands (ein Lesen des Körperzustands).

Slack herausnehmen

Eine vorbereitende Maßnahme, bevor begonnen wird, den Körper zu bewegen. Das Oberflächengewebe wird mit den Händen unter mäßigem Druck und Straffung der Hautschicht erfasst. Dadurch wird die Bindegewebsmatrix des gesamten Systems angesprochen und ein ganzheitliches Körpergefühl erzeugt.

Wellen erforschen

Das Gewicht der Körperteile wird wellenförmig bewegt, der Rhythmus wahrgenommen und der Veränderung angepasst. Dadurch wird der parasympathische Teil des vegetativen Nervensystems angesprochen.

Schimmern

Das Gewebe wird durch kleinere und lokalere Wellen in Schwingung gebracht (im Gegensatz zu Rocking und Wellen-erforschen).

Reflex Response

Verbale Anleitung zu aktiven Bewegungen (im Gegensatz zur passiven Haltung in den anderen Therapiephasen). Dadurch findet ein Übergang von der unbewussten zur bewussten Wahrnehmung im sensorischen System statt. Durch die aktive Teilnahme wird der/die Klient*in zu einer bewussten Auseinandersetzung mit Bewegungs- und Haltemustern angeregt. Passive und aktive Phasen wechseln sich in einer Behandlung ab, Entspannung und Wachheit werden so in Einklang gebracht. Reflex Response kann in Mentastics integriert oder auf der Liege angewendet werden.

Die gleichen Qualitäten, die wir den Klient*innen vermitteln, lernen wir in der Ausbildung für uns selbst zu entwickeln. Durch diese Erfahrungen sind wir in der Lage, mit Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder anderen Problemen und Beschwerden zu arbeiten. Wir lernen auch, unsere Klient*innen in Ordnung und ganz zu sehen, egal, was sie mitbringen.

 

Die Absicht meiner Arbeit ist, sensorische und mentale Muster aufzulösen, welche freie Bewegung hemmen, Schmerzen hervorrufen und somit die normale Funktion einschränken.

— Dr. Milton Trager

Trager Praktikerin / Trager Praktiker

Nach dem absolvieren von Level 1 – 10 kann der Abschluss Trager PraktikerIn gemacht werden. Die Level Umfassen 250 Stunden Unterricht. Zum Abschluss gehört das verfassen eines Essays.

Das Diplom Trager Praktiker wird vom Kientalerhof herausgegeben, ist von Trager International anerkannt und bietet die Möglichkeit, sich bei den Registrierungsstellen der Krankenkassen (EMR, ASCA) mit zusätzlichem Nachweis von mind. 150 Std. med. Grundlagen registrieren zu lassen.

Trager Therapeutin / Trager Therapeut

Für den Titel ‚Trager Therapeut’ und das Branchenzertifikat ‘KomplementärTherapie’ werden weitere 10 Level (250 h) Trager Kurse (ca. 2 1/2 Jahre) und ein anerkannter Berufs- oder Maturitätsabschluss benötigt. Mit diesem Abschluss kann an Gesundheitsinstitutionen gearbeitet werden (Rehakliniken, Spitäler, etc.). Die genauen Anforderungen siehe auf www.oda-kt.ch.